Tatkräftige Anwohnende haben einen vormals wilden Fleck in einen grünen Wohlfühlort verwandelt. Eine Geschichte über Pflanzen und Partizipation – und soziale Effekte, die auch jenseits des Gartens spürbar sind.

Jeder zweite Freitag im Monat – dieser Termin ist gesetzt. Dann trifft sich nahe der Tegernauer Zeile 2 die Arbeitsgemeinschaft Rosengarten. Zur AG gehören die Mieterinnen Elke und Samar, die Landschaftsplanerin und Gärtnerin Nicole von der Stiftung „Kleine Plätze“ und der ehemalige Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes Reinickendorf, Rüdiger Zech. Zusammen pflegen sie eine Fläche, die acht Beete umfasst.

Im Frühjahr 2024 wurde die Idee geboren, das grüne Fleckchen zwischen den Wohnhäusern zu einem Partizipationsprojekt zu machen. „Es ging darum, einen grünen Wohlfühlort zu schaffen, den die Mieterinnen und Mieter aktiv mitgestalten können“, sagt Karoline Kirschner, Quartierkoordinatorin der Gewobag.
Unterstützung durch die Gewobag
Die Gewobag übernahm die Aufstellung neuer Mülleimer sowie die Installation eines Wasseranschlusses inklusive der Kostenübernahme für die Bewässerung der Beete. Die Erneuerung der Sitzgelegenheiten wurde dank der Unterstützung des Quartiersmanagement mit dem Projektfonds ermöglicht. Von der Stiftung „Kleine Plätze“ kommen der Gestaltungs- und Pflanzplan sowie Materialien und Pflanzen. Gepflanzt wurden vor allem Stauden, die mit großer Hitze auskommen wie Bergminze, Helmkraut, Ehrenpreis und Madonnenlilien. Dazwischen hat die AG Rosenbeet neue Rosen gesetzt.

Im Oktober 2024 fand ein erstes kleines Rosengartenfest statt. Aktuell geht es vor allem um die regelmäßige Pflege der Beete. Landschaftsplanerin und Gärtnerin Nicole unterstützt die Gruppe dabei mit fachlicher Expertise, etwa beim Unkraut jäten.
Alle herzlich willkommen
Vor dem Projektstart wurde auf dem Areal viel mit Drogen gedealt. „Es war gut versteckt, weil hoch und dicht bewachsen und ziemlich verwildert“, erzählt Anwohnerin Elke. Die Fläche war auch ein beliebter Treff für Jugendliche. „Wir hatten anfangs Sorge, dass wir ihnen ihren Bereich streitig machen“, sagt Rüdiger Zech. Zu Beginn fanden sie häufig leere Bierflaschen und Zigarettenstummel in den Beeten. „Wir haben uns aber nie beschwert, irgendwann haben sie uns angesprochen und wir erzählten von dem Projekt. Seitdem waren keine Abfälle mehr im Beet“, sagt Rüdiger Zech. Die jungen Leute haben sogar ihre Hilfe angeboten und die kann die AG stets von allen Seiten gebrauchen.

Text: Gewobag gekürzte Version; Originaltext auf www.sowohntberlin.de.
Fotos: Gewobag, Ralph Maak

