Quartiershelden

In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen, Projekte und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den 14. Teil der Serie habe ich mich mit Bahar Aslan zum Online-Gespräch verabredet.

Bahar lebt seit zehn Jahren im Quartier und schätzt die Nähe zur Natur, die Grünflächen, die gute Anbindung an Bus und S-Bahn sowie die kurzen Wege zu Schule, Kita und Supermärkten. „Ursprünglich wollten wir mit unseren Kindern nach Spandau ziehen, heute bin ich froh, dass das nicht geklappt hat“, erklärt sie mir im Gespräch. 

Auch wenn ihr vieles im Quartier gefällt, verschließt sie die Augen nicht vor den Dingen, die noch verbesserungsbedürftig sind. „Neben dem Thema Müll ist das Angebot für ältere Bewohnerinnen und Bewohner, wie gemeinsames Spazierengehen oder Lesen, leider noch nicht genug. Außerdem fehlen die richtigen Orte für Hunde, wie Hundespielplätze“, sagt Bahar und sieht auch bei den Kinderspielplätzen noch Verbesserungsbedarf. Ein Bereich, den sie durch ihr Engagement aber schon verändern konnte, ist die Sicherheit auf der Titiseestraße. 

Nachdem Bahar mit ihrer Familie ins Quartier gezogen war, wurde ihr schnell bewusst, wie gefährlich das Überqueren der Titiseestraße für Kinder war. „Ich habe oft gesehen, wie eilig es vor allem Eltern morgens mit dem Auto auf der Titiseestraße haben. Außerdem sind auch die Buslinien, trotz Geschwindigkeitsbegrenzung, oft zu schnell unterwegs“, erklärt sie. So begann Bahar, sich vor acht Jahren für einen Zebrastreifen einzusetzen. „Ich wollte nicht nur, dass meine Kinder sicher über die Straße kommen, sondern alle“, betont sie und begann damit, Unterschriften für mehr Sicherheit auf der Titiseestraße zu sammeln. Der Weg bis zum Zebrastreifen stellte sich jedoch als lang heraus.

„Zum Glück habe ich die Unterschriften als Kopien eingereicht, denn mehrmals sind sie an der entsprechenden Stelle verschwunden, waren nicht aufzufinden oder ‚in Bearbeitung‘“, erklärt Bahar. Nachdem sie an dieser Stelle nicht weiterkam, versuchte sie von politischer und Medienseite Unterstützung zu bekommen – aber auch hier wurde zwar zugehört, aber nicht umgesetzt. „Nach weiteren vergeblichen Versuchen habe ich es über Facebook versucht, aber auch da kam nichts bei raus. Irgendwann kam dann eine Antwort vom damaligen Bürgermeister – der wollte den Zebrastreifen aber an der falschen Stelle eröffnen lassen“.

Dennoch wollte Bahar nicht aufgeben und trat im Jahr 2022 in den neu gegründeten Quartiersrat ein. Dazu standen auch politisch die Fahnen in eine günstigere Richtung. „Wir haben das nur geschafft, weil ich in den Quartiersrat eingetreten bin, sonst hätte niemand meine Stimme gehört“, sagt sie heute erleichtert. Bei den Quartiersratstreffen waren die entsprechenden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner des Senats vor Ort, sodass Bahar ihr Anliegen endlich deutlich machen konnte.

„Heute bin ich glücklich und erleichtert. Auch wenn es gar nicht um meine Kinder geht – ich bin froh, dass alle Kinder im Quartier sicher über die Straße kommen. Kinder brauchen immer Schutz und wir sind dafür da, die Kinder zu schützen“, erklärt Bahar und fügt hinzu: „Ich bin froh, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte“.

Als QM möchten wir Bahar für ihr außerordentliches Engagement danken, denn sie hat einen großen Teil dazu beigetragen, den Straßenverkehr im Quartier für alle Bewohnerinnen und Bewohner sicherer zu machen. 

Möchten Sie sich auch im Quartier engagieren und etwas verändern? Dann melden Sie sich gerne bei uns. Wir uns auf die Zusammenarbeit und das gemeinsame Gestalten. Weitere Informationen finden Sie hier.


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen, Projekte und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den 13. Teil der Serie habe ich mich mit Bettina Jungmann, Leiterin des Stadtteilzentrums Rollberge, zum Online-Gespräch verabredet. 

Das Stadtteilzentrum, vormals Stadtteilbüro, ist seit zwei Jahren im Quartier ansässig. Träger des Stadtteilzentrums ist die Stiftung Unionhilfswerk Berlin. Der derzeitige Umbau wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Ziel des Zentrums ist es, die soziale Infrastruktur in der Rollbergesiedlung und den angrenzenden Gebieten zu verbessern. Zwar ist das Gebäude noch im Bau, doch seit Beginn des Jahres hat Bettina die Leitung inne und organisiert, koordiniert, entwirft und gestaltet gemeinsam mit ihrer Kollegin Tanja Lierenfeld und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Bettina Jungmann
Foto: Tanja Lierenfeld

„Mit ca. 300m2 Fläche möchten wir Anlaufstelle und Wohnzimmer für die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers werden“, erklärt Bettina im Gespräch. Die Fertigstellung des Umbaus, mit geplanter großer Eröffnungsfeier, ist für Mitte Dezember dieses Jahres avisiert, doch auch jetzt schon etabliert sich das Stadtteilzentrum mit seinen vielfältigen Angeboten. 

Seit Februar diesen Jahres bietet das Stadteilzentrum eine kostenfreie Sozialberatung, gefördert durch das Bezirksamt Reinickendorf. Zudem gibt es eine psychosoziale Beratung, Beratung zum Ehrenamt im Reinickendorf sowie verschiedene Bewegungs- und Kreativangebote, wie Pilates, Yoga und Basteln mit Tanja. Außerdem findet der Nachbarschaftstreff „Kiez-Kaffeeklatsch“ regelmäßig im Stadtteilzentrum statt. Und auch andere Aktionen erfreuten sich schon großer Beliebtheit – im April veranstaltete das Stadtteilzentrum eine Osterrallye und im Juni einen Social Day gemeinsam mit der Firma Around Home, bei dem gemeinsam Hand angelegt wurde. In den Sommermonaten folgte ein internationales Kiez-Picknick mit einem mobilen Tisch, Bänken und Schirmen an verschiedenen Orten im Quartier und auch für die Zukunft sind verschiedene Projekte geplant. So soll es bald eine Aktion zur Hauswandgestaltung in Kooperation mit der Gewobag und dem Künstler Christian Rothenhagen geben. Hierbei wird die AG „Kreativ mit Tanja“ ein Kunsterwerk, das aus der Gruppe heraus entstanden ist, an der Hauswand anbringen. Außerdem hat das Stadtteilzentrum Unterstützungsangebote für die verschiedensten Lebensbereiche geplant. U.a. soll es Selbsthilfegruppen geben, bei denen Themen wie Trauerarbeit oder Einsamkeit im Fokus stehen. „Wir wollen das Angebot breitgefächert ausbauen, sobald wir die Räumlichkeiten zur Verfügung haben, und das Programm gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern passend für ihre Bedarfe gestalten. Wir sind immer offen für Wünsche und Anregungen“, betont Bettina. 

Die AG „Kreativ mit Tanja“
Foto: Bettina Jungmann

Aber auch bei akuten Problemen sind die Türen des Stadtteilzentrums offen. Mal ist es Hilfe beim Suchen eines Deutschkurses, mal hat jemand seine Schlüssel verloren und braucht schnell Unterstützung und hin und wieder benötigt jemand einfach mal eine Umarmung: „Großer Teil der Arbeit des Stadtteilzentrums ist es, Wege zur Unterstützung aufzuzeigen“, erklärt mir Bettina und fügt hinzu: „Gutes tun ist unser Fokus“. 

Sie selbst ist ausgebildete Fachwirtin im Sozial- und Gesundheitswesen, war nach längerer Tätigkeit im Projekt-Controlling aber „mit Zahlen übersättigt“, lacht sie und fügt hinzu, dass soziales Engagement schon immer eine Herzensangelegenheit war. Durch ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten hat sie schnell gemerkt: „Das erfüllt mich, das möchte ich machen“.  

Umbau Stadtteilzentrum Rollberge – Hier soll das Nachbarschaftscafe entstehen
Foto: Bettina Jungmann

Freude an der Arbeit im Quartier, machen Bettina die vielfältigen Aufgaben im Tagesgeschäft, die eine Mischung aus Kreativität und Struktur sind. Einerseits stehen da Anträge, Bauplanungen, die Koordination des Umbaus oder auch der Entwurf des zukünftigen Nachbarschaftscafés an, andererseits die Möglichkeit zu gestalten und gemeinsam mit den Nachbarinnen und Nachbarn das gemeinsame Programm zu planen. Zwar stehen Familien, Frauen und Seniorinnen und Senioren im Fokus des Stadtteilzentrums, „dennoch sind alle Bewohnerinnen und Bewohner bei uns willkommen und wir haben immer ein offenes Ohr. Wir nehmen die Wünsche der Menschen ernst, hören zu und möchten unterstützen. Kurzum: wir möchten einen Beitrag leisten, uns einbringen und das Miteinander im Quartier weiter fördern, damit alle Nachbarinnen und Nachbarn sich hier wohlfühlen und das Gemeinschaftsgefühl wächst“, unterstreicht Bettina  zum Abschluss. 

Und dazu leisten Bettina, Tanja, die Sozialarbeiterin Antonia und die ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützer einen essenziellen Beitrag. Als QM Titiseestraße freuen wir uns sehr, dass das neue Stadtteilzentrum Teil des Quartiers ist und sind sehr dankbar für den Beitrag zu einem besseren Miteinander im Quartier. 


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen, Projekte und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den 12. Teil der Serie habe ich mich mit Yazeed Zoumot von der stadt.menschen.berlin GmbH zum Online-Gespräch verabredet.

Die stadt.menschen.berlin GmbH ist seit 13 Jahren in Berlin ansässig und widmet sich der Förderung der Beteiligung und Partizipation mit dem Schwerpunkt Jugendbeteiligung. Seit September 2022 ist das Unternehmen mit dem Projekt Sag mal! auch in unserem Quartier unterwegs. Der Fokus des Projekts liegt auf der Kinder- und Jugendbeteiligung im Kiez durch sozialraumbezogene Aktionen sowie auf der Stärkung des Demokratiebewusstseins. „Wir möchten Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten geben, etwas zu sagen und sich zu äußern“, erklärt mir Yazeed. 

Foto: Yazeed Zumot

Er selbst ist seit einem Jahr für die stadt.menschen.berlin GmbH tätig und hat, so wie sein Kollege Gulzhan Jäger, einen interdisziplinären Hintergrund. „Gulzhan zum Beispiel ist Ethnologe und verfügt über langjährige praktische Erfahrung in der Sozialraumforschung, und ich habe einen Abschluss in Architektur. Ich habe aber auch schon für ein Quartiersmanagement gearbeitet. So kenne ich sowohl die direkte Arbeit im Kiez als auch den Wissenstransfer und die verschiedenen Ressourcen auf der anderen Seite“, führt Yazeed aus. 

Ziel von Sag mal! ist es, das Interesse von Kindern und Jugendlichen an der Gestaltung ihrer Umgebung zu wecken und ihnen zu zeigen, dass sie das Recht und die Macht haben, die Bedingungen ihrer Quartier und die Qualität ihrer Freizeitgestaltung zu beeinflussen. Sobald die Ideen stehen, machen sich Yazeed und Gulzhan gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen an die Umsetzung. „Wir möchten den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, dass sie lernen ihre Lebensumstände besser wahrnehmen und merken, dass sie etwas ändern können, statt alles zu akzeptieren, wie es ist“, so Yazeed.

Die Abstimmung vor der Grundschule in den Rollbergen
Foto: Yazeed Zumot

Der Startschuss für Sag mal! fiel im März dieses Jahres mit den ersten Beteiligungsaktionen im FACE-Familienzentrum, dem Streethouse und in unserem QM-Büro. Bei den Aktionen wurden verschiedene Ideen gesammelt. Über diese Ideen wurde dann von allen Kindern und Jugendlichen des Quartiers vor der Grundschule in den Rollbergen abgestimmt. „Wir haben 150 Stimmen gesammelt und gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen gezählt“, erklärt mir Yazeed und fügt hinzu, dass die Ideen, die meiste Stimmen bekomme haben, eine Gemeinsamkeit hatten – Sie drehten sich alle um Fußball. So arbeitet Sag mal! nun gemeinsam mit dem TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V. daran, ein neues Projekt aufzubauen, wo die Ideen der Kinder und Jugendliche umgesetzt werden können. „Wir haben Mittel für das Projekt beantragt und möchten im nächsten Jahr die verschiedenen Konzepte in der Tat umzusetzen. Dabei möchten wir verschieden Teams aufbauen – eine Mädchenmannschaft, gemischte Teams, sowie Gruppen unter 14 und über 14, unter anderem auch Gestaltung eigener Trikots, um dadurch lokale Identität zu stiften“. 

Vom 16.-18.08.2023 geht es mit der nächsten Aktion in Kooperation mit dem FACE-Familienzentrumweiter. Die Mehrtägige Aktion widmet sich als Teil des Ferienprogramms des FACE dem Schulweg der Kinder und Jugendlichen. Fragen wie: „Was finde ich auf dem Schulweg schön? Was nicht? Welche Ecke meide ich? Wo treffe ich mich mit meinen Freundinnen und Freunden?“ und viele weitere stehen im Mittelpunkt der Aktion. „Es geht um kleine Sachen – brauche ich zum Beispiel eine Bank dort oder einen Sonnenschutz? Dinge, die den Schulweg schöner machen, möchten wir herausfinden und versuchen gemeinsam umzusetzen“, führt Yazeed aus. 

Außerdem geht es in den nächsten Monaten für Sag mal! um die Analyse und Umsetzung der bisher gesammelten Ideen und ausgeführten Aktionen. Zum Ende des Jahres wird es eine gemeinsame Reflexion mit den Kindern und Jugendlichen geben, sodass das Feedback im nächsten Jahr umgesetzt werden kann. Auch mit der Schule, der Schulsozialstation und weiteren Trägern soll die Zusammenarbeit weiter vertieft werden. 

Foto: Yazeed Zumot

„Ich wünsche mir, dass die Menschen außerhalb der Rollbergesiedlung sehen, wie schön es hier ist. Dass Vorurteile abgebaut werden und auch andere erkennen, dass die Rollbergesiedlung mehr als nur eine Hochhaussiedlung ist“, sagt Yazeed zum Abschluss unseres Gesprächs. Und dazu leisten Yazeed und Gulzhan mit Sag mal! einen großartigen Beitrag. Als QM Titiseestraße freuen wir uns sehr, dass Sag mal! Teil des Quartiers ist und sind sehr dankbar für den Beitrag zum schöneren Leben für alle in unserem Viertel.


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen, Projekte und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den 11. Teil der Serie habe ich mich mit Nazanin Kamalarae, Psychologin, MHFA-Instruktorin und Bereichsleitung im Projekt unbegleitete minderjährige Migranten bei der Albatros gGmbH, zum Online-Gespräch verabredet. 

Ziel der Albatros gGmbH ist die generationen- und zielgruppenübergreifende Förderung des öffentlichen und freien Gesundheits-, Sozial- und Wohlfahrtswesens, der Jugend-, Behinderten-, Wohnungslosen und  Altenhilfe sowie der beruflichen Bildung und der Erziehung durch verschiedene Hilfs- und Unterstützungsangebote. Seit Oktober 2022 ist die Albatros gGmbH durch das Projekt Ways auch in unserem Quartier vertreten. Das Projekt widmet sich der sozialen und psychologischen Beratung und Unterstützung von Menschen aus den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen in den verschiedensten Sprachen.


„Wir möchten mit dem Projekt vor allem, aber nicht nur, Menschen erreichen und helfen, die aufgrund ihres kulturellen Hintergrunds Berührungsängste mit psychologischer Beratung haben. Wir richten uns aber nicht nur an diese Menschen. Wir sind allgemein für alle da, die Unterstützung brauchen“, erklärt Nazanin. Dabei muss es aber nicht zwangsläufig um psychologische Beratung gehen, auch bei allgemeinen Lebensfragen oder anderen Herausforderungen hilft das Beratungsangebot des Projekts.

Ways bietet dabei Unterstützung in den verschiedensten Sprachen, wie Arabisch, Türkisch, Französisch, Englisch, Farsi, Dari, Russisch und vielen weiteren Sprachen. Neben der Zusammenarbeit des Projekts mit der Kita und der Schule in den Rollbergen ist Nazanin immer Dienstags von 10-12 Uhr mit einer offenen Sprechstunde im Büro des Quartiersmanagements, bei deralle Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers willkommen sind. 

Darüber hinaus bietet die Albatros gGmbH über ihre Seite https://www.albatros-direkt.de/de/ Online-Beratungen an. „Je nach Fall können wir aber auch persönlich bei den Menschen vorbeikommen. Unser Team ist vielsprachlich aufgestellt, sodass wir auf die individuellen Bedürfnisse jedes Menschen eingehen können“, fügt Nazanin hinzu.

Ist Nazanin nicht im Quartier trifft man sie als Bereichsleitung und Psychologin in ihrem Büro im Oraniendamm 41, 13469 Berlin. „Abgesehen von der Arbeit im Quartier betreue ich Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung in zwei Gemeinschaftsunterkünften in Reinickendorf und Lichtenberg“, erklärt sie im Gespräch. Durch ihre Erfahrung als Psychologin, Koordinatorin und Ansprechpartnerin in der Arbeit mit den verschiedensten Menschen, Einrichtungen und Institutionen verfügt das Projekt Ways über die richtigen Werkzeuge, um auf die verschiedensten Anforderungen einzugehen. „Es geht nicht immer nur um psychologische Beratung, auch um Fragen des Lebens, wie berufliche Perspektiven, Zielsetzungen, den eigenen Lebensweg finden“, gibt Nazanin Einblick in ihre Arbeit. „Depressive Phasen können zum Beispiel ein situationsbedingtes Symptom sein. Lösen wir diese Situationen, kann es den Menschen besser gehen“, führt sie aus. Aber auch Unterstützung bei der Traumabewältigung, die Überbrückung kultureller Unterschiede und Hilfe beim Leben in Deutschland gehören zu Nazanins Arbeit. „Es geht darum, tiefer zu gehen und wirklich die Wurzel der Probleme zu finden und so den Menschen zu helfen“, führt sie aus.

Für die Zukunft möchte das Projekt noch mehr Bezug zur Nachbarschaft herstellen. Nicht nur durch einen festen Standort, sondern auch durch mobile Beratung im gesamten Quartier. „Das kann im Park sein, im Quartiersmanagement, auf dem Poppeleplatz oder einfach unterwegs. Wir sind draußen und in den Rollbergen für die Menschen da. So können wir direkt angesprochen oder auch angerufen werden und wir kommen sofort vorbei“, sagt Nazanin.


Nazanin sieht viele Möglichkeiten im Quartier die Menschen der Rollbergesiedlung zusammenzubringen und gemeinsam etwas zu bewegen, vor allem durch die Nähe der Schule, der Kita, des Quartiersmanagements und den vielen weiteren Einrichtungen zueinander. So möchte Ways sein Ziel erreichen in der Laufzeit bis 2025 das Beratungsangebot fest zu etablieren, die Menschen enger miteinander zu vernetzen und mehr Gemeinschaft zu schaffen.  „Allgemein geht es uns darum das Zusammenleben für alle Bewohnerinnen und Bewohner besser und gesünder zu machen, zu helfen und auch Vorurteile gegenüber sozialer und psychologischer Beratung zu abzubauen. Darüber hinaus möchten wir ein psychologisches Unterstützungsangebot  für Menschen schaffen, die einen anderen sprachlichen und/oder kulturellen Hintergrund haben. Denn das fehlt in Deutschland“, fasst Nazanin die Arbeit des Projekts zusammen. Als QM Titiseestraße freuen wir uns sehr, dass Projekt Ways Teil des Quartiers ist und sind sehr dankbar für den Beitrag zum besseren und gesünderen Zusammenleben im Quartier.

Nazanin und Ways sind erreichbar unter:
Tel.: +49 (0) 176 19 831 248
E-Mail: n.kamalarae@albatrosggmbh.de
Sprechzeiten: Dienstags, 10-12 Uhr

kein Abseits! im Quartier

In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen, Projekte und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den zehnten Teil der Serie habe ich mich mit Marianne Greenwell, Bereichsleitung Sport- & Erlebnispädagogik bei kein Abseits! e.V., zum Online-Gespräch verabredet.

Der Verein kein Abseits! e.V. ist als anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe seit 12 Jahren in Reinickendorf und seit 3 Jahren in Lichtenberg aktiv und seit Juli 2022 auch im Quartier Titiseestraße beheimatet. Das Konzept des Vereins besteht aus drei Säulen zur Unterstützung junger Menschen – 1:1 Mentoring, Sport- und Erlebnispädagogik und Jugendengagement. „Die Idee ist, die Kinder früh abzuholen, in unsere Angebote zu vermitteln und langfristig im Jugendengagement einzubinden. Also eine langfristige und ganzheitliche Betreuung“, erklärt Marianne. 

Marianne Greenwell
Foto: kein Abseits! e.V.

Marianne selbst ist als Bereichsleitung Sport- & Erlebnispädagogik seit drei Jahren bei kein Abseits! e.V. tätig und für Bewegungsaktionen im Quartier zuständig. Teil davon ist das bei den Kindern beliebte „Spiele-Star“-Mobil, das mit Spiel- Sport- und Bastelmaterialien ausgestattet ist. Der „Spiele-Star“ ist immer freitags, 16.30-19.30 Uhr, und samstags, 12.00-15.00 Uhr, auf dem Poppeleplatz zu Gast. Sollte das Wetter schlecht sein, finden die Angebote im FACE-Familienzentrum statt. „Wir möchten, dass die Kinder und Jugendlichen einen niedrigschwelligen Zugang zu uns finden, uns kennenlernen und sich einfach einmal ausprobieren können“, sagt Marianne.

Außerdem besucht der Verein mit „seinen“ Kindern andere Kinder- und Jugendzentren und hilft ihnen dabei, Angebote anderer Träger wahrzunehmen – egal ob Fußball, Musik oder etwas anderes. „Das ist immer abhängig von den Wünschen des Kindes“, fügt Marianne hinzu. Darüber hinaus haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, an Ausflügen und Sommercamps teilzunehmen und sich auch selbst in den Projekten des Vereins zu engagieren. 

Das „Spiele-Star“-Mobil
Foto: kein Abseits! e.V.

Ein weiterer wichtiger Teil der Arbeit von kein Abseits! e.V. ist das Mentoring, das bereits als Gruppen-Mentoring im QuartierTitiseestraße gestartet ist. Teil des Angebots für Kinder von 9-11 Jahren ist es, gemeinsam den Kiez zu entdecken, Ausflüge im Quartier und darüber hinaus zu unternehmen und das Erlebte in einem digitalen Tagebuch festzuhalten. Auch gemeinsames Kochen und Backen in der Küche des Jugendzentrums „Streethouse“ steht immer mittwochnachmittags auf dem Programm. „Das Gruppen-Mentoring ist aber nur der erste Schritt, denn als nächstes möchten wir Mentorinnen und Mentoren finden, die 1:1 für die Kinder da sind, etwas mit ihnen unternehmen und langfristig gemeinsam aktiv sind“, erklärt Marianne. Dafür stellt der Verein den Mentoren und ihren Mentees ein Aktivitätengeld von 170,00€ zur Verfügung. Der Verein sucht berlinweit Mentorinnen und Mentoren, die Lust haben, 1x pro Woche Zeit mit ihren Mentees zu verbringen und sie acht Monate lang zu begleiten.

Auch für Jugendliche gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Ausflugsprojekte, Mitmach-Aktionen und Engagement im Allgemeinen. „Die Jugendlichen können sich selbst an allen unseren Aktionen beteiligen und zum Beispiel auch als Jugend-BetreuerInnen in Ferienfreizeiten mitfahren. Wenn sie selbstständiger sind, dürfen sie bei uns auch eigene Angebote für andere Kinder und Jugendlicheauf die Beine stellen“, führt Marianne aus. Die Idee, die Kinder früh kennenzulernen und langfristig zu begleiten, trägt Früchte – heute hat kein Abseits! e.V. mehrere engagierte Vereinsmitglieder, die ehemalige Teilnehmer*innen sind und eine, die hauptamtlich als studentische Mitarbeiterin tätig ist.

„Wir haben ein tolles Team, das mit Herz und Seele dabei ist. Die Kinder ganzheitlich betreuen zu können und ihre Entwicklung mitzubekommen ist einfach ein schönes Gefühl und Belohnung für unsere Arbeit“, so Marianne.

Foto: kein Abseits! e.V.

Für die Zukunft wünscht sich Marianne die Zusammenarbeit mit den Menschen im Quartier weiter zu vertiefen und die Angebote im Quartier weiter auszubauen, je nachdem, welche Bedarfe und Wünsche die Kinder haben. „Die Rollbergesiedlung ist unglaublich freundlich und wir wurden von den Trägern und den Menschen hier wirklich offen und toll aufgenommen. Wir hoffen, dass es genau so weitergeht und wir auch noch größere Sachen umsetzen können“, sagt Marianne zum Abschluss. 

Das Team von kein Abseits! e.V. leistet einen tollen Beitrag für Zusammenhalt und Engagement im Kiez und fängt dabei bei den wichtigsten Bewohnerinnen und Bewohnern an – den Kindern im Quartier. Als Quartiersmanagment Titiseestraße sind wir sehr dankbar für die Arbeit des Vereins und freuen uns auf weitere tolle Projekte in der Zukunft!


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen, Projekte und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den neunten Teil der Serie habe ich mich mit Melanie Pesenoglu, Büromanagerin der konZEBT care GmbH, und Nathalia Behrendt, Ernährungstherapeutin der konZEBT care GmbH, zum Online-Interview über ihr neues Projekt „Gesunden Appetit“ verabredet.

Nathalia ist als Ernährungstherapeutin seit drei Jahren in der medizinischen Ernährungstherapie für die konZEBT care GmbH tätig und wird bei „Gesunden Appetit“ für den praktischen Teil des Projekts verantwortlich sein. Melanie hält währenddessen im Hintergrund die Fäden in der Hand und ist als gelernte Bürokauffrau für Planung und Struktur verantwortlich. „Wir haben uns sehr über das Projekt gefreut, da wir beide aus Reinickendorf kommen und einen persönlichen Bezug zum Bezirk und den Menschen hier haben. So kennen wir auch die Herausforderungen, die uns bevorstehen“, erklärt Melanie. 

Nathalia Behrendt
Foto mit freundlicher Genehmigung der konZEBT care GmbH

„Gesunden Appetit“ ist bis zum Jahr 2025 angelegt und möchte zu Beginn vor allem die Kinder und Jugendlichen des Quartierserreichen. „Wir stehen noch am Anfang. Nun geht es uns erst einmal darum, Fuß zu fassen, Partner-Einrichtungen zu gewinnen und langfristig möglichst viele Menschen für unser Angebot zu interessieren“, so Melanie die ersten Schritte.

Zwar steck das Projekt noch in den Kinderschuhen, aber das Ziel ist klar: „Unser Anliegen ist es, zu zeigen, dass gesunde Ernährung auch günstig möglich ist„, unterstreicht Nathalia die Zielvorgabe. Derzeit ist sie in intensiven Gesprächen mit potentiellen Partner-Einrichtungen. „Wir möchten durch unsere Angebote, wie zum Beispiel Kochkurse, möglichst viele Menschen erreichen: Familien mit und ohne Kindern, Single-Haushalte, Kinder, Jugendliche, ältere Menschen. Einfach alle Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers.“ 

Melanie Pesenoglu
Foto mit freundlicher Genehmigung der konZEBT care GmbH

Dabei geht es aber nicht nur ums Kochen an sich, sondern auch um Fragen wie: „Wo kommt unser Essen eigentlich her?“. Deshalb sind auch gemeinsame Ausflüge zu Molkereien, Bauernhöfen oder fleischverarbeitenden Betrieben eine der Grundideen des Projekts. Darüber hinaus möchte „Gesunden Appetit“ Einkaufstrainings anbieten und zeigen, wie Bewohnerinnen und Bewohner auch auf dem Balkon Gemüse und Kräuter ziehen können. Gemeinsam mit der Schulstation der Grundschule in den Rollbergen bietet „Gesunden Appetit“ außerdem auch jetzt schon Einzelberatungen für Schülerinnen und Schüler an. „Wir wollen einfach mehr machen als nur Info-Veranstaltungen. Wir wollen konkret helfen“, erklärt Nathalia. 

Ein weiteres Hauptaugenmerk des Projekts ist die Prävention, gerade bei Kindern und Jugendlichen. Fragen wie: „Wo kommen Übergewicht und Essstörungen her?“, „Welche Faktoren spielen eine Rolle?“, „Was kann ich tun?“, werden Teil des Angebots sein. „Vieles wird sich auch in der Arbeit mit der Zeit ergeben. Zwar haben wir konkrete Pläne, möchten aber auch individuell auf die Bewohnerinnen und Bewohner eingehen“, ergänzt Melanie. 

Letztlich geht es dem Projekt um Aufklärung, denn durch Ernährung kann man die Lebensqualität erhöhen und Krankheiten vorbeugen. „Deshalb sind wir hier. Denn auch mit kleinen Dingen kann man viel verändern“, erklärt Nathalia zum Abschluss. Als Quartiersmanagement Titiseestraße freuen wir uns sehr auf das neue Projekt und den wichtigen Beitrag, den „Gesunden Appetit“ im Quartier leisten wird.


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den achten Teil der Serie habe ich mich mit Quartiersratsmitglied Dorde Nikolic zum Online-Interview verabredet.

Dorde lebt seit knapp zwei Jahren im Quartier. Da er aus dem Märkischen Viertel kommt, war der Weg nicht weit. „Wir haben die Wohnung in der Titiseestraße auf Anhieb gefunden und waren direkt angetan. Unsere Freunde wohnen in der Gegend und die Ecke passt einfach“, erklärt er mir. Außerdem hat ihn das vielfältige Angebot überzeugt – das Quartier ist sowohl ruhig und nah zur Natur, als auch an die Stadt angebunden. Und auch die gute Parkplatzsituation hat Dorde überzeugt, denn „man hat hier einfach alles“.

„Ich möchte helfen, den Lebensraum schöner zu gestalten“

Foto: Maryann Gerach

Dorde fühlt sich im Quartier sehr wohl und dem Rollbergekiez verbunden. Deshalb war es ihm wichtig, sich so schnell wie möglich im Quartiersrat zu engagieren. Dazu kam sein Praktikum im Büro unseres Quartiersmanagements, dass ihn den Menschen im Quartier noch einmal näher gebracht und seine Entscheidung zur Beteiligung weiter unterstützt hat. „Ich möchte einfach helfen, den Lebensraum schöner zu gestalten. Wir leben hier gemeinsam und mir ist es wichtig, dass wir uns alle wohlfühlen. Außerdem kann ich auch eine gute Brücke zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Westbalkan und den anderen Bewonherinnen und Bewohnern sein“, führt er aus.

Entwicklungspotenzial sieht Dorde im Angebot für junge Menschen: „Im Bildungsangebot und der Freizeitgestaltung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Quartier ist noch viel Arbeit nötig“, erklärt Dorde und möchte hier anpacken und etwas verändern.

Durch seine Beteiligung ist Dorde, wie unsere weiteren Quartiersratsmitglieder, ein wichtiger Teil des Engagements im Quartier und sorgt gemeinsame mit den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern für ein besseres Zusammenleben und ein schöneres Umfeld im Quartier.


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den siebten Teil der Serie habe ich mich mit Julia Rabensdorf, Quartierskoordinatorin bei der Gewobag, zum E-Mail-Interview verabredet.

Julia Rabensdorf hat als Quartierskoordinatorin verschiedene Aufgaben. Sie steht den Mieterbeiräten bei der Organisation von Quartiersaktivitäten und der Planung von sozialen und nachbarschaftsfördernden Projekten zur Seite, ist für die Koordination des Engagements der Gewobag im Quartier gemeinsam mit anderen Akteurinnen und Akteuren vor Ort zuständig und vertritt die Gewobag im Quartiersrat. Das Team, in dem Julia Rabensdorf arbeitet, kümmert sich um die Bewirtschaftung der Gewobag-Bestände in Reinickendorf und Haselhorst. „Ich finde den Gedanken toll, mit meiner Arbeit einen Teil meiner Heimat nachhaltig verbessern zu können – mit dem Ziel, dass sich alle hier so zu Hause fühlen wie ich“, so Frau Rabensdorf. 

Julia Rabensdorf 
Foto: Mary-Ann Refela

Ziel der Arbeit als Quartierskoordinatorin ist es, die Menschen im Quartier zusammenzubringen und zu einer respektvollen und interessierten Nachbarschaft zu entwickeln. „In Großsiedlungen besteht immer das Risiko von Anonymität und mangelnder Identifikation mit der eigenen Nachbarschaft“, erklärt sie mir. „Dazu braucht es Angebote und Begegnungen. Es gibt so viele gute Ideen für beides, die jedoch noch mehr Platz benötigen. Leider fehlt es derzeit in der Rollbergesiedlung an Räumlichkeiten und Flächen in entsprechenden Größen. Dennoch bietet das Quartier alle Möglichkeiten,diese Ziele auch umzusetzen, denn „in der Rollbergesiedlung sind viele großartige und engagierte Menschen unterwegs, die mitgestalten und etwas bewegen möchten“. 

Um die Pläne umzusetzen, möchte die Gewobag derzeit ungenutzte Freiflächen herrichten und sie dem Quartiersmanagement für Angebote und Aktionen sowie als Begegnungsfläche für Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung stellen. Außerdem unterstützt die Wohnungsbaugesellschaft das zukünftige Stadtteilzentrum und plant die Um- und Neugestaltung der kahlen Wände im Quartier gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen der Nachbarschaft. Darüber hinaus kümmert sich Frau Rabensdorf als Mitglied des Organisationsteams schon voller Vorfreude um das diesjährige Kiezfest. „Ich wünsche mir, dass die Rollbergesiedlung ein Zuhause ist, in dem die Bewohnerinnen und Bewohner gerne leben. Wo man sich untereinander kennt und unterstützt und wo es nie langweilig wird, weil immer etwas Bereicherndes geschieht.“ 

Mit ihrer Arbeit sorgen Frau Rabensdorf und das Team dafür, diese Ziele Stück für Stück umzusetzen und unser Quartier zu einer engeren Gemeinschaft zu entwickeln.


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den sechsten Teil der Serie habe ich mich mit Stefanie Wind, Fachbereichsleiterin für Stiftungsprojektebei der Stiftung Unionhilfswerk Berlin und aktuell Ansprechpartnerin für das Stadtteilbüro Rollberge, zum Online-Gespräch getroffen.

Das Stadtteilbüro Rollberge gibt es seit mittlerweile zwei Jahrenin unserem Quartier. „Wir haben damals von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales den Auftrag übernommen, in der Rollbergesiedlung ein Stadtteilzentrum aufzubauen. Zu Beginn hatten wir nur mobile Angebote, mittlerweile haben wir unser Büro“, erklärt mir Frau Wind. 

Das Angebot des Stadtteilbüros richtet sich an alle Bewohnerinnen und Bewohner unseres Quartiers und umfasst aktuell psychosoziale Beratung und unabhängige juristische Mieterberatung durch einen Anwalt. Für Interessierte starten aktuell eine Malgruppe und eine Handarbeitsgruppe. Auch der Mieterbeirat ist regelmäßig in den Räumen des Stadtteilbüros zu Gast.

Ehrenamtliche Regina Thiele sortiert die Materialien für das neue Gruppenangebot „Handarbeit“
Foto: Stefanie Wind

Allerdings ist das Stadtteilbüro nur eine Übergangslösung und der erste Schritt in Richtung Stadtteilzentrum, unterstreicht Frau Wind. Ziel dieses Zentrums ist es, einen bunt und liebevoll gestalteten Ort für alle Bewohnerinnen und Bewohner zu bieten, in dem sie sich treffen, engagieren und austauschen können. Außerdem soll es ein Nachbarschaftscafé, eine Beratungsstelle für soziale Fragen und Probleme, Sozialarbeiter, interkulturelle Angebote und Bewegungsräume geben. „Letztendlich geht es uns darum, einen Mittelpunkt für alle Menschen zu schaffen, die sich im Quartier engagieren möchten“, so Frau Wind.

Die Suche nach einem passenden Ort gestaltet sich jedoch als schwierig: „Wir sind permanent auf Immobiliensuche und in ständigem Kontakt mit der Senatsverwaltung, aber so langsam kommt Bewegung in unser Vorhaben.“

Bis die richtige Immobilie gefunden ist, kämpft das Stadtteilbüro noch mit Platzmangel, sucht und findet aber immer wieder kreative Lösungen. „Ich habe große Lust und freue mich auf die Aufgaben, die Voraussetzungen sind super“, versichert mir Frau Wind und blickt optimistisch in die Zukunft. 

Aber auch schon jetzt steht das Stadtteilbüro mit seinen Angeboten allen Bewohnerinnen und Bewohnern unseres Quartiers zur Seite und leistet so wichtige Arbeit und einen großen Beitrag zum gemeinsamen Zusammenleben in unserem Viertel.

Wenn Sie das Angebot des Stadtteilbüros in Anspruch nehmen möchten, melden Sie sich gerne per E-Mail an info@stadtteilbuero-rollberge.de oder telefonisch unter 030-81827330 (AB).


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den fünften Teil der Serie habe ich mich mit Maria Späth getroffen, Leiterin der CaritasSeniorenwohnanlage St. Hildegard.

Vor 12 Jahren wurde die Seniorenwohnanlage St. Hildegard der Caritas-Altenhilfe gGmbh eröffnet. „Ich habe damals mit einem Stift, einem Block und einem Schreibtisch angefangen“, erklärt mir Frau Späth in ihrem Büro in der Tegernauer Zeile 8

Die Anlage besteht aus drei Wohnhäusern für Seniorinnen und Senioren und bietet Wohnraum mit Service für alle Menschen ab dem Zeitpunkt ihrer Berentung. „Wir sind für die Menschen da, stehen ihnen zur Seite und helfen ihnen bei allen möglichen Problemen“. Ob es nun die spontane Notfallbegleitung, die Vermittlung von Hilfsangeboten, die Unterstützung bei der Ärztesuche oder vieles weitere mehr ist, das Team der Caritas-Seniorenwohnanlage unterstützt ganzheitlich.

Maria Späth in ihrem Büro in der Tegernauer Zeile 8
Foto: Selim Tóth 

Darüber hinaus bietet die Wohnanlage regelmäßig Angebotefür die Bewohnerinnen und Bewohner, wie gemeinsame Kaffeerunden und Frühstücke, besondere Veranstaltungen zu Festtagen oder auch gemeinsame Ausflüge. Aber auchGymnastik, Koordinationstraining, Mobilisierung im Alter, Spiel und Spaß beim Bingo, eine Kreativgruppe und vieles mehr steht im Mittelpunkt. Auch ein eigener Hausmeister ist vor Ort, der sich um die technischen Belange kümmert.

Frau Späth und ihr Team schauen regelmäßig nach den hier lebenden Menschen und nehmen sich Zeit für sie. Das war gerade in Zeit der Pandemie sehr wichtig. „Das besondere an der Arbeit ist für mich die Freude der Bewohnerinnen und Bewohner zu sehen, denn das Wichtigste ist, dass sich hier alle wohlfühlen“, so Frau Späth. 

Der Eingang der Caritas-Seniorenwohnanlage St. Hildegard 
Foto: Selim Tóth 

Den Menschen mehr zu geben und ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind, ist für Frau Späth und den Mitarbeitern sehr wichtig. Auch für die Menschen, die kein Service-Wohnen in Anspruch nehmen. „Ob eine Person nun Service-Wohnen gebucht hat oder nicht – die Person ist Mensch und wir wollen, dass es ihr gut geht“, unterstreicht Frau Späth.

Mit ihrer Arbeit sind Frau Späth und das Team zugleich Seelsorger, Berater, Unterstützer und vieles mehr und leistet einen wichtigen Beitrag zum gemeinsamen Zusammenleben aller Generationen im Viertel.


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den vierten Teil der Serie habe ich mich mit Yannick Kiesel vom sozial-ökologisch und gesellschaftspolitisch aktiven Verband „NaturFreunde Deutschland“ zum digitalen Gespräch getroffen.

Die NaturFreunde Deutschland engagieren sich mit über 66.000 Mitgliedern in 550 Ortsgruppen ehrenamtlich für die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft. In diesem Rahmen sind die NaturFreunde unter Leitung von Yannick Kiesel ab dem nächsten Jahr auch mit dem Projekt „Wohin damit“ in unserem Quartier aktiv. 

„Die NaturFreunde machen in ganz Berlin Aktionen, von Sport bis Anti-Rassismusarbeit und natürlich Klima- und Umweltschutz. Wir sind immer auf der Suche nach Ausschreibungen und sind so auf das Projekt des Bezirksamts und des Quartiersmanagements Titiseestraße gestoßen – und die Idee hat perfekt zu uns gepasst„, erklärt mir Yannick Kiesel. 

„Wohin damit“ zielt auf eine wichtige Herausforderung in unserem Quartier ab – die Mülltrennung und Müllentsorgung. Die „NaturFreunde“ möchten u.a. die Situation im öffentlichen Raum mit den Bewohnerinnen und Bewohnern unseres Quartiers diskutieren, Aufräumaktionen organisieren und Informationen und Workshops rund um die Themen Mülltrennung und Müllvermeidung im Quartier durchführen. 

In diesem Zusammenhang werden die „NaturFreunde“ als erstes ihr aktuelles Angebot auf unser Quartier ausweiten und Aktionen wie Stadtspaziergänge, Lehrgänge, Kurse oder Werkstättenanbieten. Diese Aktionen sollen dann in enger Zusammenarbeit mit den Menschen und den Einrichtungen in unserem Viertel mit dem Thema Müll verbunden werden. Auch bei bereits bestehenden Projekten zum Thema möchten die NaturFreunde unterstützen und richten sich mit ihrem Angebot an Kinder, Jugendliche, Erwachsene sowie Seniorinnen und Senioren.

„Ich unterstütze gerne in der Stadtentwicklung und sehe viel Potenzial in der Titiseestraße. Wir möchten mit unserem Projekt gerne dazu beitragen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner sich dort auch wohlfühlen und nicht nur morgens aus dem Haus gehen und abends nach Hause kommen, sondern auch gerne Zeit im Quartier verbringen„, führt Herr Kiesel aus. 

Das Projekt „Wohin damit“ ist vorerst bis August 2023 geplant und soll im Frühjahr nächsten Jahres mit den ersten Kiezspaziergängen mit Bewohnerinnen und Bewohnern und weiteren regelmäßigen Aktionen, wie Angebote zum Thema Upcycling für Schülerinnen und Schüler, Gespräche mit Expertinnen und Experten oder auch einem Infomobil starten. Ziel ist es, eine Kontaktstelle für alle im Quartier zu bilden, das Projekt stetig weiterzuentwickeln und langfristig an die Bewohnerinnen und Bewohner und Einrichtungen des Quartiers abzugeben.

„Etwas von null aufzubauen, mit engagierten Bewohnerinnen und Bewohnern und Einrichtungen zu kooperieren und allgemein gemeinsam mit anderen Menschen etwas hilfreiches zu schaffen und Energien zu bündeln, macht mir besonders Freude“, sagt Herr Kiesel. 

Das Thema Müll ist schon seit langem ein großes Problemund ein wichtiges Anliegen in unserem Quartier. Mit dem geplanten Projekt können wir dieses Problem nun gemeinsam mit „NaturFreunde Deutschland“ und Ihnen anpacken, um zusammen unser Wohnumfeld zu verschönern. Als Quartiersmanagement Titiseestraße sind wir sind sehr gespannt auf die kommenden Aktionen und freuen uns auf die Zusammenarbeit im nächsten Jahr.


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für den dritten Teil der Serie habe ich mich mit Sahar El Nator vom Verein „Arabisches Berliner Tor“ getroffen.

Das Arabische Berliner Tor gibt es mittlerweile seit gut zwei Jahren im Quartier und entstand in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement Titiseestraße. „Wir arbeiten mit allen Migranten, nicht nur aus arabischen Ländern, und deutschen Fördervereinen zusammen“, erklärt mir Frau El Nator im Büro des Vereins in der Titiseestraße 3.

Die Hauptaufgabe des Vereins ist es, Brücken zwischen Menschen aus anderen Kulturbereichen und deutschen Bildungseinrichtungen zu bauen. Gibt es Missverständnisse oder Probleme zwischen den Einrichtungen wie Kitas oder Schulen und den nach Deutschland gekommenen Menschen, ist Frau El Nator zur Stelle. Sie erklärt beiden Seiten die jeweils andere Perspektive und fungiert so als Mittlerin zwischen den Kulturen.

Sahar El Nator im Büro in der Titiseestraße 3 
Foto: Selim Tóth

„Ich habe eine ähnliche Arbeit an einer Schule im Wedding und später im Märkischen Viertel gemacht und auch in unserer eigenen Schule des Arabischen Berliner Tors gab es immer wieder nachfragen, ob wir nicht bei Problemen mit Schulen vermitteln können. So entstand unser Projekt“, führt Frau El Nator aus.

Das Arabische Berliner Tor bietet aktuell in verschiedenen Einrichtungen in Reinickendorf und Waidmanslust jeweilseine bis zwei Beratungsstunden pro Woche an, möchte sein Angebot in Zukunft aber noch erweitern.

„Am meisten Spaß macht es mir, Lösungen gemeinsam mit allen Beteiligten zu finden und zu sehen wie beide Seiten Vorurteile abbauen und sich gegenseitig besser verstehen“, so Frau El Nator.

Der Verein kann sich vor Anfragen kaum retten, denn oft fehlt auf Seiten der Lehrerinnen und Lehrer das Verständnis für Menschen aus anderen Kulturkreisen. „Dort müsste mehr gemacht werden. Vielleicht schon im Lehramtsstudium. Das würde mir in meiner Arbeit und auch den Schulen selbst helfen,“ erklärt Frau El Nator die Herausforderungen ihrer Arbeit. 

In Zukunft möchte das Arabische Berliner Tor gerne ein eigenes permanentes Büro eröffnen und die Arbeit berlinweit durchführen. „In Zukunft möchten wir gerne jeweils wöchentlich in Reinickendorf, Charlottenburg, Wedding oder auch Neukölln unsere Hilfe anbieten. Die Nachfrage ist sehr groß und es gibt viel zu tun“, sagt Frau El Nator. 

Mit seiner Arbeit ist das Arabische Berliner Tor eine wichtige Anlaufstelle im Quartier, um zwischen verschiedenen Kulturen zu vermitteln, Brücken zu bauen und zu einem harmonischen Zusammenleben beizutragen. So ist die Arbeit der Quartiersheldinnen und Quartiershelden des Arabischen Berliner Tors unverzichtbar für unser Quartier.


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Für diesen Teil der Serie habe ich mich mit Elke Duda, Vorstandsvorsitzende des TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V.

Bewegung im Kiez. Im Rahmen der Förderungen des Projektfonds unseres Quartiersmanagements startet der TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V. die Aktion „Fit im Quartier“. Der Verein bringt in Zusammenarbeit mit dem Quartiersrat und dem Quartiersmanagement verschiedene Sportangebote für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ins Viertel.

„Das Quartier Titiseestraße ist einfach super greifbar. Durch seine genauen Grenzen haben wir ein klares Spielfeld, in dem wir agieren können“, erklärt Elke Duda, Vorstandsvorsitzende des TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V. im Gespräch. Einen weiteren Vorteil sieht sie in der Unberührtheit des Viertels, in dem, was Sportangebote betrifft, einfach „noch nicht so viel läuft.“ Genau das möchten Frau Duda und der TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V. ändern.

Elke Duda, Vorstandsvorsitzende des TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V.

Der Startschuss für „Fit im Quartier“ fällt am 18.09.2021 und beginnt mit einem Inlineskating-Angebot und einem Gewaltpräventionskurs für Kinder- und Jugendliche. Beide Kurse beginnen um 14.30 Uhr am Streethouse in der Schluchseestraße 46. Die Ausrüstung ist vorhanden und beide Angebote sind kostenlos. Im Herbst sollen dann weitere Angebote und eine Feier zum Beginn des Projekts folgen.

Außerdem soll es neben den verschiedenen Angeboten für Kinder und Jugendliche auch bald Angebote für Seniorinnen und Senioren im Quartier geben.

Das gesamte Projekt soll also auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner zugeschnitten werden. So haben in Zukunft alle im Kiez die Möglichkeit, ihre Wünsche zu äußern. Und auch Erwachsene werden an eigenen Angeboten teilnehmen dürfen.

„Die Bedarfsanalyse nimmt bei uns einen großen Raum ein. Wir möchten das treffen, was die Leute wollen und einfach Bewegung ins Viertel bringen“, erklärt Frau Duda.

Als Quartiersmanagement Titiseestraße freuen wir uns auf das neue Projekt und wünschen allen Beteiligten viel Erfolg bei der Umsetzung.


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Im zweiten Teil der Serie geht es heute um das Streethouse.

An einem verregneten Montag im Spätsommer empfängt mich Sami Kovacevic, Leiter des Streethouse, vor der Einrichtung in der Schluchseestraße 46. „Uns gibt’s seit 1995“, erklärt mir Sami nach einer Führung durch den Jugendtreff. „Wir haben hier verschiedene Angebote in der offenen Arbeit, z.B. eine Fahrradwerkstatt, Kochen, einen Boxkurs und auch einenSelbsverteidigungskurs für Mädchen. Wir bieten aber auch schulische Unterstützung an. Davon abgesehen veranstalten wir Turniere, machen Ausflüge und vieles mehr.“

Fotos mit freundlicher Genehmigung des Streethouse

Von den rund 740 Jugendlichen der Rollbergesiedlung im Alter von 15 bis 25 Jahren kommen ungefähr 120 regelmäßig ins Streethouse. Hier treffen sie auf Sami und seinen Kollegen Oktay Kurtulmaz sowie mehrere frei mitarbeitende Kolleginnen und Kollegen. Das Angebot des Teams in der offenen Jugendarbeit, die auf Selbstbestimmung, Freiwilligkeit und Beteiligung basiert, ist betont niedrigschwellig. Das bedeutet, die Jugendlichen können direkt und ohne Voranmeldung in die Einrichtung kommen. „Unsere Jugendlichen kommen hauptsächlich zum Spielen, Essen und Quatschen“, erklärt mir Sami. Außerdem findet jeden Samstagnachmittag der Mädchentreff im Streethouse statt, an dem die Einrichtung nur für Mädchen geöffnet wird. 

„Uns ist es immer wichtig, die Jugendlichen mit ins Boot zu holen. Wir fragen regelmäßig, was sie sich wünschen und schauen, welche Vorstellungen wir umsetzten können.“ Manches klappt dann und manches nicht. Neben Billard-, Tischtennis- und FIFA-Turnieren sind auch Ausflüge und Übernachtungen im Streethouse immer ein Highlight. 

Sami blickt mittlerweile auf über 35 Jahre Erfahrung in der Jugendarbeit zurück. „Das Schöne an der Arbeit ist der Kontakt zu den Jugendlichen. Dass man mit ihnen ein Vertrauensverhältnisaufbauen kann und einfach ein offenes Ohr für die Jugendlichenhat. Oft besteht der Kontakt auch noch mit Jugendlichen, die heute schon erwachsen sind und selbst Familie haben.“

Das Streethouse ist für die Jugendlichen der Rollbergesiedlung also nicht nur ein Ort, um dort ihre Freizeit zu verbringen, sondern auch, um Dinge zu besprechen, die sie mit ihren Erziehungsberechtigten nicht besprechen möchten oder können. So bildet das Streethouse als Anlaufstelle für die Jugendlichen der Siedlung einen sehr wichtigen Teil unseres Viertels und ist mit seinen Quartiersheldinnen und Quartiershelden unverzichtbar.


In unserer Reihe „Quartiersheldinnen und Quartiershelden“ stellen wir regelmäßig Menschen und Einrichtungen im Quartier vor, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Viertel leisten. Im ersten Teil der Serie geht es heute um den Lokalen Bildungsverbund im Märkischen Viertel und der Rollbergesiedlung.

Als ich am Lokalen Bildungsverbund Märkisches Viertel und Rollbergesiedlung am Wilhelmsruher Damm 161 ankomme, begrüßt mich Leiterin Kristin Bohner im hellen und freundlichen Eingangsbereich des Bildungsverbunds. „Der Bildungsverbund schwebt eher über den Dingen – Organisieren, Koordinieren, Netzwerkarbeit machen, die Bildungsakteure und -akteurinnen miteinander verbinden, gehört zu unseren Hauptaufgaben“, erklärt sie mir während unseres Gesprächs. Außerdem entwickelt und begleitet sie die Projekte der verschiedenen Bildungsträger als zusätzliche Ressource. „Ich versuche alles im Überblick zu behalten, vor allem organisatorisch“, fasst Frau Bohner ihre Arbeit zusammen. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen unterstützt der Bildungsverbund die unterschiedlichsten Projekte und holt auch Bildungsakteurinnen und -akteure aus anderen Bundesländern in die Gegend. „Vor allem für solche Aktionen ist es wichtig, dass jemand vor Ort die Strukturen kennt und das Netzwerk hat. Dafür sind wir da.“

Kristin Bohner, Leiterin des Lokalen Bildungsverbunds Märkisches Viertel und Rollbergesiedlung

Teil des Bildungsverbunds sind alle Bildungsakteurinnen und -akteure des Märkischen Viertels und der Rollbergesiedlung, die sich in regelmäßig stattfindenden Netzwerkrundenmiteinander vernetzen können. So möchte etwa die Netzwerkrunde „Übergang Kita-Grundschule stärken“ ein gemeinsames Bildungsverständnis von Kindertagesstätten und Grundschulen erarbeiten. „Das schaffen wir zum Beispiel durch die gleichen Rituale in Kita und Grundschule, wie einen Morgenkreis mit dem gleichen Lied“, erklärt mir Frau Bohner.

Auch für die Rollbergesiedlung ist einiges geplant. So soll zusammen mit der Grundschule in den Rollbergen ein Elterncaféund gemeinsam mit dem Quartiersmanagement Titiseestraße ein Theaterprojekt im Quartier entstehen. Außerdem unterstützt der Bildungsverbund gemeinsam mit der Aktionsfondsjury unseres Quartiersmanagements das Streitschlichtungsprogramm der Grundschule an den Rollbergen, für das ein eigener Büro-Container auf dem Schulhof geplant ist. „Das Schöne ist zu merken, dass man etwas verändert. Sowohl im Großen, als auch im Kleinen“, sagt Frau Bohner, als wir uns verabschieden. Und das schaffen die Quartiersheldinnen und Quartiershelden des Lokalen Bildungsverbunds Märkisches Viertel und Rollbergesiedlung mit ihrem Netzwerk.